Der Fachbeirat unterstützt die Arbeit von SchLAu
NRW. Halbjährlich treffen sich dort Ehemalige und Unterstützer
mit dem SchLAu NRW-Team, um dieses bei schwierigen Fragen oder
Herausforderungen zur Seite stehen.
Schwul-lesbische
Aufklärung hat viel damit zu tun, Erfahrungen
wertzuschätzen und voneinander zu lernen. Mit Beginn
meiner Arbeit als Diplom-Pädagoge bei der Rosa Strippe
e.V. habe ich von engagierten Aufklärer/innen gelernt,
wie wichtig es ist und wie spannend die Aufgabe sein
kann, sich mit anderen gemeinsam für mehr Akzeptanz von
Lesben und Schwulen in der Schule einzusetzen. Und so
wurde SchLAu einer der wichtigsten Bereiche meines
beruflichen Engagements. Besonders glücklich bin ich
darüber, daß wir 2008 das Projekt „Schule der Vielfalt –
Schule ohne Homophobie“ als jüngstes Kind von SchLAu ins
Leben rufen konnten. Daß ich nun als Fachbeirat gefragt
bin, freut mich sehr – weil ich mir wünsche dazu
beizutragen, Zukunftsperspektiven zu entwickeln und zu
lernen, daß SchLAu in den kommenden zehn Jahren mit
neuen Engagierten neue Wege gehen kann.
Seit November 2003
koordiniere ich die landesweite Anti-Gewalt-Arbeit in
Nordrhein-Westfalen. Im Fokus sind dabei alle Formen von
Diskriminierung und Gewalt, die Lesben, Schwule,
Bisexuelle und Trans*Menschen erleben. In der jährlichen
Dokumentation von Beratungsfällen zu diesem Thema wird
ebenso wie in der Forschung deutlich, das lesbische,
schwule, bisexuelle und Trans*Jugendliche in besonderer
Form von Diskriminierung und Gewalt betroffen sind: in
der Öffentlichkeit, in der Familie und in einem
beträchtlichen Maß in der Schule und am Ausbildungsplatz. Die
Zusammenarbeit mit SchLAu, als Projekt, das einen
wichtigen Beitrag zum Abbau von Homophobie unter
Jugendlichen leistet, hatte deshalb für die
Landeskoordination von Anfang an eine hohe Priorität.
Seit 2008 ist diese Zusammenarbeit in der gemeinsamen
Initiative „Schule ohne Homophobie – Schule der
Vielfalt“ gebündelt. Aus dieser gemeinsamen Arbeit
heraus bringe ich die Erkenntnis mit, wie wichtig es
ist, die Strukturen von SchLAu in ihrer Professionalisierung zu stärken und
finanziell abzusichern. Ich freue mich, dass ich mich
dafür im Rahmen des Fachbeirats einsetzen kann und einen
Beitrag zur weiteren Entwicklung von SchLAu leisten
kann.
www.vielfalt-statt-gewalt.de
Im Jahr 2000 begann meine Tätigkeit für SchLAu - zunächst im lokalen Projekt
in Bonn, in dem ich mich neben der konkreten Aufklärungsarbeit vor allem mit
dem Thema Qualifizierung der Aufklärer/innen beschäftigt habe. 2005 bin ich
mit dem 5-jährigen Jubiläum von SchLAu NRW auch auf Landesebene aktiv
geworden und war zunächst Sprecher und dann Landeskoordinator. Mein Abschied
aus dieser für mich sehr bereichernden Tätigkeit ist mir nicht leicht
gefallen, daher freue ich mich meine Erfahrungen - vor allem in Fragen der
Projektentwicklung und -strategie - nun als Mitglied des Fachbeirats
einbringen zu dürfen.
Durch meinen beruflichen Background als Diplom-Psychologe, meine
wissenschaftliche Expertise - vor allem die Studie „Out im Office?!“ - als
auch durch meine praktischen Tätigkeiten z.B. im Diversity Management, bin
ich sicher, hilfreiche Impulse für die Entwicklung dieses überzeugenden
Projektes geben zu können.
Mehr Informationen, z.B. die Studie als Download: http://www.dominicfrohn.de
SchLAu NRW ist ein großartiges Netzwerk, mit hoher
Qualität und wahnsinniger Aussagekraft, welches
persönlich bereichernd für die TeamerInnen, sowie für
die TeilnehmerInnen ist!
Ich durfte in Düsseldorf das SchLAu Projekt 2004 neu
initiieren und ebenfalls als NRW Sprecherin aktiv
werden. Die vielen teils wertschätzenden, teils
kritischen Gespräche mit SchülerInnen, Eltern/
LehrerInnen und Politik zeigen die Anerkennung, aber
auch die Notwendigkeit der Aufklärungsarbeit. Der 5.
Geburtstag von SchLAu NRW war ein motivierender Tag und
ich freue mich, dass das Projekt dieses Jahr den 10.
Geburtstag feiert. In meiner beruflichen Tätigkeit als
Diplom Sozialpädagogin habe ich 5 Jahre das
schwul-lesbische Jugendzentrum The Point in
Gelsenkirchen geleitet und arbeite nun für das derzeit
entstehende schwul-lesbische Jugendzentrum "PULS" in
Düsseldorf. Hier erlebe ich viele Jugendliche, die von
SchLAu profitiert haben oder profitieren könnten. Als
Mitglied im Fachbeirat wünsche ich mir weiterhin viele
engagierte MitarbeiterInnen und offene Türen seitens der
Schulen und Jugendeinrichtungen.
Als ich 1993 zum Studium nach Aachen kam, gab es dort
keine lesbisch-schwule Jugendgruppe wie ich es aus
Düsseldorf kannte und die mich bei meinem Coming Out
unterstützt hatte. Die Gründung einer solchen war 1994
der erste Schritt im Bereich der schwul-lesbischen
Jugend- auf Aufklärungsarbeit. 1995 folgte die
Initiierung des SchLAu-Projekts in Aachen. Im Laufe der
Zeit kam weiteres ehrenamtliches und politisches
Engagement dazu z.B. als Vorstandsmitglied beim
Jugendnetzwerk Lambda NRW, als Bundesvorstandssprecher
eines parteinahen Jugendverbandes, im Jahre 2000 die
Gründung von SchLAu NRW u.v.m.
Heute arbeite ich als Berater im Bereich Personal- und
Organisationsentwicklung und bin als Vorsitzender des
Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Senioren und
demographischen Wandel kommunalpolitisch in der
Städteregion Aachen aktiv. Als authentischer
Gesprächspartner gehe ich aber nach wie vor gerne in
Schulklassen und Jugendeinrichtungen.
Meinen vielfältigen Erfahrungshintergrund möchte ich
gerne über den Fachbeirat bei SchLAu NRW einbringen und
mich weiter an der Fortentwicklung beteiligen. Die
Akzeptanz von Lesben und Schwulen im Schulalltag
erfordert noch viel Einsatz.
Information und Aufklärung
der Öffentlichkeit über verschiedene sexuelle
Orientierungen und Lebensweisen sind heute noch genauso
wichtig wie vor Jahren und Jahrzehnten. Schwul-lesbische
Aufklärung in Schulklassen war schon in den Jahren
1971/72 ein mir wichtiges emanzipatorisches Anliegen.
Damals unter anderen gesellschaftspolitischen Vorzeichen
und ohne Methodenkoffer, doch schon in einem Team mit 4
- 5 Homosexuellen mit dem Anspruch, für
Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung
einzutreten. Im Jahr 2008 fand ich auf der Suche nach
weiterer ehrenamtlicher Tätigkeit zu SchLAu Düsseldorf.
An der Notwendigkeit der Auf-klärungsarbeit hatte sich
fraglos nichts geändert, trotz Liberalisierung und
Gleichstellungsbemühungen durch die Gesetzgebung. Anfang 2009
übernahm ich dann die Koordinierung des Düsseldorfer
SchLAu-Projekts. Aus den beruflich aktiven Jahren als
Diplom-Psychologe in Erziehungs- und
Schulberatungsstellen bringe ich Erfah- rungen durch die
Praxisarbeit mit Schülern, Eltern und Pädagogen sowie in
kom-munalen Gremien mit. Meine Erfahrungen und
Erkenntnisse, auch aus meinen schwulenbewegten
Aktivitäten, werden für die Mitarbeit im Fachbeirat von
SchLAu NRW sicher von Nutzen sein.
Gemeinsam mit anderen habe ich 1996 das
schwul-lesbische Aufklärungsprojekt Bonn und 2000 SchLAu
NRW gegründet. Zwei Jahre lang war ich auf Landesebene
als Sprecher tätig, danach habe ich Fortbildungen für
„schlaue“ Mitarbeiter/innen
geleitet. Im Rahmen meiner Dissertation „Keine Angst,
die beißen nicht!“ habe ich Schulbesuche von sechs
SchLAu-Projekten in NRW evaluiert und daraus
Qualitätsstandards entwickelt. Ich habe am Handbuch „Mit
Vielfalt umgehen“
mitgewirkt und bin Mitherausgeber von „Sexualpädagogik
der Vielfalt“. Ehrenamtlich liegt mir die Qualität in
der Sexualpädagogik am Herzen, die ich durch meine
Mitarbeit im Vorstand der Gesellschaft für
Sexualpädagogik voranbringen möchte. Zudem unterstütze
ich eine stärkere Berücksichtigung der sexuellen
Orientierung und Identität im pädagogischen Kontext, ein
Ziel, das ich unter anderem durch meine Mitarbeit in den
Fachbeiräten der Global Alliance for LGBT Education und
von SchLAu NRW verfolge.